Artenvielfalt im

Ökosystem Streuobstwiese


Die Streuobstwiese ist die älteste Form der mittlerweile wieder in Mode kommenden Agroforst-Systeme. Diese Form gibt es schon seit dem Mittelalter. Sie ist eines der artenreichsten Biotope Europas. Da für die Streuobstwiese die gleichzeitige Ober- und Unternutzung von Obstbaum und Weidegrund typisch ist, ergeben sich verschiedene Lebensräume: im Boden, in der Krautschicht, in und an den Baumstämmen der bis zu 100 Jahre alten Obstbäume sowie in den Baumkronen. Bis zu 5.000 Tier-und Pflanzenarten bilden hier eine einzigartige Biodiversität.

 

Durch die extensive Nutzung wird auf den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und Mineraldüngern verzichtet, was nicht nur dem Naturschutz zugute kommt, sondern auch unserer Gesundheit: Im Gegensatz zu Plantagenobst, das Supermärkte fast ausschließlich anbieten, ist Streuobst nicht mit Pestiziden behandelt worden. Es ist somit frei von chemischen Rückständen. Auch die weiten Transportwege entfallen bei der Verwendung des regionalen Obstes.

 

Alte Obstsorten, die auf einer traditionell bewirtschafteten Streuobstwiese angebaut werden, sind auch deshalb besonders wertvoll, da in ihnen, im Gegensatz zu den modernen Züchtungen, die genetische Vielfalt und zahlreiche wertvolle Inhaltsstoffe erhalten geblieben sind. Vor allem Vitamine, Mineralien und Polyphenole sind hier zu erwähnen. Gerade die Polyphenole sind so wichtig, da sie entzündungshemmend wirken, Darmkrebs und Arteriosklerose, Karies und Zahnfäule vorbeugen und die Aufnahme allergieauslösender Proteine verhindern. Deshalb können viele alte Apfelsorten von ApfelallergikerInnen gegessen werden.

 

Typischerweise findet man auf einer Streuobstwiese im Bergischen Land hochstämmige Obstbäume, deren Baumkronen bei zwei Meter beginnen und bis zu zehn Meter in die Höhe reichen. Hier wachsen alte Obstsorten wie "Doppelter Luxemburger" oder "Gute Luise", die sich durch unterschiedliche Reifezeiten und lange Lagerfähigkeiten auszeichnen.